La Réunion bietet Abwechslung und Natur pur auf kleinstem Raum. Die Insel vulkanischen Ursprungs wird noch heute vom aktiven Vulkan Piton de la Fournaise geprägt.
La Réunion entstand vor rund 2 Millionen Jahren, als sich der Piton des Neiges über den Meeresspiegel erhob. Der inzwischen erloschene Vulkan ist heute mit 3'069 m der höchste Berg der Insel. Der Piton de la Fournaise entstand erst einige hunderttausend Jahre später. Seine Vulkanspitzen sind fast 7'000 m hoch, sie messen rund 4'000 m vom Meeresgrund bis zur Oberfläche und rund 3'000 m über Meeresspiegel.
Einer der aktivsten Vulkane weltweit
Der Piton de la Fournaise («Fournaise» heisst übersetzt «Backofen») zählt zu den aktivsten Vulkanen der Erde. Er brodelt ständig und bricht etwa dreimal im Jahr aus. Diese Ausbrüche sind normalerweise ungefährlich, da sich das Magma nicht explosiv sondern effusiv ausbreitet, es quillt nur aus dem Vulkan. Die Ausbrüche können so völlig gefahrlos beobachtet werden und stellen für den Menschen keine Bedrohung dar.
Die Eruptionen sind jeweils ein riesiges Spektakel und Volksfest zugleich. Das Vulkanologische Observatorium registriert jede seismische Aktivität. Eine Woche vor dem Ausbruch melden die Messgeräte den nahenden Ausbruch und die Bevölkerung wird informiert. Sobald der Vulkan erwacht, feiert sich die Insel selbst. Einheimische sowie Besucher setzen sich ins Auto, um das einzigartige Naturspektakel aus nächster Nähe zu beobachten. Unter den Einheimischen heisst es dann: «Le Volcan i pète!», was übersetzt soviel bedeutet wie: «Der Vulkan furzt!».
Letzter Ausbruch im Februar 2009
Der letzte Ausbruch fand zwischen dem 15. Dezember 2008 und dem 4. Februar 2009 statt. Seither ruht der Vulkan. Es kommt zwar immer wieder zu leichten Erschütterungen, die aber so schwach sind, dass sie von Menschen nicht wahrgenommen werden. Bei einem Ausbruch fliessen die Lavaströme langsam Richtung Meer. Hat die heisse Lava das Wasser erreicht, entbrannt ein Kampf der Elemente und es steigen riesige Dampfwolken auf. Die Lavaströme des letzten Ausbruchs erkalten nur langsam und dampfen teilweise noch immer.
Die Lavaströme prägen das Landschaftsbild vor allem im Osten der Insel und rund um den Vulkan. Die Hauptstrasse an der Ostküste wird durch die Ausbrüche immer wieder zerstört und muss regelmässig neu aufgebaut werden. Die grünen Wälder sind von den Strömen unterbrochen und rund um den Vulkan herrscht eine mondartige, karge Landschaft.
Vulkanbesichtigung zu Fuss
Als Ausgangsorte für die Besichtigung des Vulkans bieten sich die beiden Ortschaften La Plaine des Cafres und La Plaine des Palmistes an. Von hier dauert die Fahrt zum Fuss des Vulkans noch etwa eine Stunde. Wir empfehlen Ihnen, am Morgen früh genug aufzustehen, da nachmittags oft Nebel aufzieht. Es lohnt sich auf jeden Fall, den Vulkan zu Fuss zu erkunden. Die karge, mysthische Landschaft hat ihren speziellen Reiz, und die Lava hat sonderbare Formen erschaffen, wie etwa die Chapelle de Rosemont, eine etwa 10 m hohe Grotte. Empfehlenswert ist auch ein Spaziergang zum Formica Leo, einem kleinen Sandkrater. Aus Sicherheitsgründen ist der Aufstieg bis zum Hauptkrater seit letztem Jahr nicht mehr möglich.
Das Maison du Volcan in Bourg Murat am Fusse des Piton de la Fournaise lädt ein, die Entstehungsgeschichte La Réunions und Interessantes über Vulkane auf interaktive und spannende Art und Weise zu entdecken.
